Der Nacken und der untere Rücken

Die beiden Bereiche des Körpers, die beim WATSU besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, sind der Nacken und der untere Rücken. Sie sind die beweglichsten und damit auch die empfindlichsten Teile der Wirbelsäule. In beiden Fällen kann es geschehen, dass sie bei übermäßiger Dehnung zu schmerzen beginnen. Ursachen für diese Schmerzen können sein:

  1. von Knochen eingeklemmte, gereizte Nerven (Einfluss);
  2. eine abgeschnürte Blutzufuhr (die Wirbelsäulenarterie verläuft durch die Öffnungen in den Querfortsätzen der Halswirbel);
  3. verspannte Muskeln und
  4. eine Überdehnung der Gelenkkapseln der seitlichen Zwischenwirbelgelenke;
Manche Menschen sind aufgrund von Verletzungen, Operationen, Gelenkabnutzung oder einfach durch ihre individuelle Struktur empfindlicher als andere. Ein weiterer Faktor besteht in der Zeitdauer, die in fast vollständiger Dehnung zugebracht wird. Kurz in solche Dehnungen hineinzugehen mag kein Problem darstellen, aber den Nacken oder den unteren Rücken über längere Zeit so gedehnt zu lassen ist gewöhnlich unangenehm. In Lernsituationen wie z.B. einem Training, bleiben wir länger in einer Position als im normalen Ablauf einer Watsu Session. Das kann Stress erzeugen. Und während wir uns die Technik aneignen, machen wir natürlich zwangsläufig Fehler. Als Empfangende ist es wichtig, gut auf unseren Körper zu achten, und unseren Nacken, wenn er schmerzt, einfach in eine bequemere Position zu bringen. Durch klares Feedback, das als Hilfestellung gedacht ist, drücken wir unsere Bedürfnisse aus, und unterstützen dadurch den Lernprozess unseres Partners. Klienten zögern vielleicht eher, Feedback zu geben, oder wissen nicht, wie sie es ausdrücken sollen. Während des Seminars habt ihr optimale Gelegenheiten, die Positionen mit anderen Lernenden zu verfeinern.

Tips, um den Nacken bequem zu halten

  1. Mache dir klar, was eine komplette Dehnung des ganzen Nackens bedeutet!
  2. Achte darauf, ob der Nacken deines Partners lang und beweglich, und der Kopf schwer ist (ein „baumelnder" Kopf oder ein „Tiefflieger").
  3. Vermeide plötzliche und sehr lange Dehnungen.
  4. Beschränke Bewegungen, in denen der Kopf nicht unterstützt wird auf ein Minimum.
  5. Um das Atlanto-Occipital-Gelenk zu stabilisieren, unterstütze den Kopf am Hinterhauptsbein oder am oberen Nacken, und nicht am mittleren oder unteren Nacken.
  6. Halte niemals nur den Nacken in der Hand! Dadurch ist das Atlanto-Occipital-Gelenk ohne festen Halt und wird überdehnt.
  7. Achte darauf, dass die Ohren in der Regel im Wasser bleiben und dass du dem Kopf nicht zu viel Unterstützung gibst.
  8. Rolle den Kopf von einer Seite auf die andere um die Position zu variieren.
  9. Unterstütze den Kopf seitlich.
  10. Halte den Nacken im Fluss der Bewegungen oft unter Zug. Die Traktion sollte entweder horizontal im Wasser oder vertikal aus dem Wasser sein.
  11. Bringe den Kopf nach vorn auf die Brust um die Nackenmuskeln zu dehnen.
  12. Massiere den Nacken, um ihm Stress zu nehmen.
  13. Erlaube der Empfangenden, ihren Nacken auszurichten, wenn er nicht bequem liegt.

 

Tips, um den unteren Rücken bequem zu halten

  1. Beachte, ob die Beine deines Partners sinken (lange, schwere, muskulöse Beine). Verwende Floats, wenn klar ist, dass die Beine während einer Session zu schwer würden.
  2. Halte die Beine nahe der Wasseroberfläche, unterstütze das Sakrum an der Kuppe.
  3. Lass die Beine während der Übergänge nie nach unten absinken. Indem du dich drehst oder läufst, machst du dir die hydrodynamische Kraft zunutze und kannst so die Beine nahe der Wasseroberfläche halten.
  4. Gib eher Unterstützung unter den Oberschenkeln und den Knien als unter dem unteren Rücken.
  5. Halte das Kreuzbein in Bewegungen wie dem Wasseratemtanz und bei der Schildkröte unter Zugspannung.
  6. Vermeide eine Bogenbildung bei Personen mit sensiblem Rücken; bevorzuge Rundungen, wie beim Akkordeon und dem Außenbeinfenster.

 

Alexander’s Tips für Floats:

  1. Kaufe dir zwei Paar Floats. Schneide eines der beiden Paare der Länge nach in zwei Hälften. So kannst du den Auftrieb der Floats abstimmen. Unser Ziel ist, das Gewicht der Beine nicht völlig aufzuheben sondern nur zu reduzieren: wir wollen ja, dass sich die Beine im Wasser noch natürlich bewegen. Manchmal sind halbe Floats genau richtig, manchmal ganze oder sogar eineinhalb. Wenn du oberhalb und unterhalb der Knie jeweils halbe Floats verwendest, kann sich ein natürlicheres hydrodynamisches Verhalten auf die Beine übertragen als bei ganzen Floats, die nur oberhalb der Knie angebracht sind.
  2. Floats an den Fußgelenken sind nich sinnvoll; sie blockieren den Bewegungsspielraum der Knie.
  3. Floats, die oberhalb oder unterhalb der Knie angebracht sind, lassen eine natürlichere Bewegung zu. Das Knie vielleicht etwas mehr Freiraum, wenn die Floats über dem Knie am Oberschenkel befestigt sind statt oberhalb der Wade. Egal wo die Floats befestigt sind - achte darauf, dass zum einfacheren Greifen des Beins mindestens eine Handbreit zwischen Knie und Float frei bleibt.
  4. Wenn du in der Kopfwiege mit der Hand nicht ans Knie kommst, kannst du das Bein an dem Float oberhalb des Knies halten (oder eine Noodle nehmen).
  5. Floats, die über den Hüften angebracht sind, verhindern, dass diese absinken (nicht bei sehr schweren Personen). Dadurch wird verhindert, dass der Verlauf der Lendenwirbelsäule den Hüftbereich umkehrt und dehnt.
  6. Bei Ultrasinkern kannst du Floats Ende an Ende um die Taile des Empfangenden befestigen.
  7. An starken Bodybuilderarmen kannst du halbe Floats anbringen.
  8. 1/3 Floats ergeben ein schönes Kopfband – für schwere Köpfe.
  9. Wenn der Klient die Floats anbringt, denke daran, dass du sie an der Wand oder im Damensattel mit einer Hand wieder lösen musst. Richte es dir so ein, dass du den Klettverschluß leicht erreichen kannst, und dass die Floats so angebracht sind, dass sie leicht wieder weggezogen werden können. Entferne sie immer, wenn du deinen Klienten an die Wand gebracht hast. Dein Partner braucht diese gute Erdung nach einer Wasser Session.
  10. Watsuer mit guten Poolmanieren lassen Floats nicht wie Treibgut davonschwimmen und stören damit andere Sessions, sondern nehmen sie aus dem Wasser und legen sie auf den Beckenrand, sobald sie sie von den Beinen des Klienten abgenommen haben.

 

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